Zur Berichterstattung über meinen Besuch beim Schützenfest der Schützengesellschaft Berge
Die aktuelle Debatte um meinen Besuch beim Schützenfest der Schützengesellschaft Berge ist bemerkenswert – allerdings weniger wegen meines Besuchs als vielmehr wegen der Interpretationen, die mittlerweile in meine Worte hineingelesen werden.
Tatsache ist: Ich wurde – wie aus der mir vorliegenden Einladung eindeutig hervorgeht – zum Schützenfest eingeladen. In dieser Einladung wird ausdrücklich auf die „Festansprachen und Ehrungen am Samstag um 17:00 Uhr“ hingewiesen. Genau dies habe ich in meinem Facebook-Beitrag wiedergegeben. Nicht mehr und nicht weniger.
Zu keinem Zeitpunkt habe ich behauptet, selbst eine Festansprache halten zu sollen oder zu dürfen. Wer meinen Beitrag aufmerksam liest, wird feststellen, dass dort lediglich steht, dass meine Einladung für diesen Programmpunkt vorgesehen war. Daraus die Behauptung abzuleiten, ich hätte mich als Redner oder Ehrengast inszenieren wollen, ist schon eine bemerkenswerte Interpretation.
Ich habe hier auch nichts vage gehalten, sondern simpel wiedergegeben was auf der Einladung stand.
Noch bemerkenswerter ist allerdings, dass nun öffentlich etwas zurückgewiesen wird, was nie behauptet wurde.
Aus meiner langjährigen Erfahrung im kommunalpolitischen Bereich ist es selbstverständlich, dass Festansprachen bei Schützenfesten üblicherweise durch Vertreter des Vereins sowie durch den Oberbürgermeister oder dessen Stellvertreter gehalten werden. Genau so habe ich es in der Vergangenheit erlebt. Entsprechend bestand für mich niemals Anlass anzunehmen, dass ich dort eine Rede halten würde.
Mein Besuch am Sonntag erfolgte vielmehr aus Respekt gegenüber der Einladung und gegenüber dem örtlichen Brauchtum. Nachdem ich den ursprünglich vorgesehenen Termin am Samstag aufgrund anderer Verpflichtungen nicht wahrnehmen konnte, habe ich das Fest einen Tag später besucht, viele bekannte Gesichter getroffen und zahlreiche freundliche Gespräche geführt.
Umso mehr verwundert mich die nun entstandene Debatte. Statt über ein gelungenes Schützenfest, ehrenamtliches Engagement und gelebtes Brauchtum zu sprechen, wird über eine Formulierung diskutiert, die bei objektiver Betrachtung keinerlei Anlass für die erhobenen Vorwürfe bietet.
Wer in den Satz „Ich war zur Festansprache eingeladen“ hineinliest, dass ich selbst die Festansprache hätte halten wollen, beweist vor allem eines: eine bemerkenswerte Fantasie.
Für mich bleibt entscheidend: Schützenvereine leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Heimat, für das gesellschaftliche Miteinander und für die Pflege unserer Traditionen. Dafür gebührt den vielen ehrenamtlich Engagierten Anerkennung und Respekt.
Ich werde auch künftig Einladungen von Vereinen respektvoll behandeln, das Ehrenamt unterstützen und das Gespräch mit den Bürgern suchen – unabhängig davon, ob dies manchen politischen Akteuren gefällt oder nicht.
Pierre Jung





